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Das Forum

Ein Nachwuchskolloquium

Das Forum Junge Romanistik (FJR) ist die größte Fachtagung im deutschsprachigen Raum für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Bereich der romanistischen Sprach-, Literatur-, Kulturwissenschaft sowie der Fachdidaktik und wird einmal jährlich vom Mittelbau eines anderen romanischen Seminars zu einem eigenen Rahmenthema organisiert. Das FJR geht in seinen Ursprüngen zurück auf romanistische Nachwuchskolloquien in der ehemaligen DDR und bietet jungen Romanistinnen und Romanisten die Gelegenheit zur Präsentation und Diskussion eigener Forschungsarbeiten sowie zum persönlichen Austausch.

Mit dem 32. Forum Junge Romanistik findet die Veranstaltung im März 2016 zum ersten Mal an der Universität Würzburg statt. Vom 16.-19. März 2016 diskutieren dann ca. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Fachgrenzen hinweg ihre eigenen Forschungsprojekte zum Thema „Zentrum und Peripherie“. Ausgewählte Beiträge des Forums Junge Romanistik werden im Anschluss als Tagungsakten publiziert.

Das Forum800x

Programm

Unter folgendem Link findet ihr das vorläufige Programm des FJR 2016 in Würzburg. (Stand: März 2016)

Programm FJR 2016

Call for Papers

Call for Papers – „Zentrum und Peripherie“ (32. Forum Junge Romanistik, 16.-19. März 2016, Universität Würzburg)

 

Das Begriffspaar ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ steht bereits seit längerem im Mittelpunkt einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Theorien und Schulen, welche die Forschungen im Bereich der Romanistik erheblich beeinflusst haben. Neben den einzeldisziplinären Anknüpfungspunkten in der Forschung sind diese unterschiedlichen Perspektivierungen im aktuellen Diskurs besonders relevant, wenn man die Begriffe auf das Selbstverständnis einer traditionellen und eurozentristisch ausgelegten Romanistik anwendet. Hierbei sind v.a. die Arbeiten im Bereich des Postkolonialismus, der Kreolistik oder etwa den Digital Humanities zu erwähnen, die scheinbar Fachgrenzen verschieben. Während des Kolloquiums soll daher neben den wissenschaftlichen Fragestellungen auch immer selbstreflexiv über das eigene Verständnis als Romanistin bzw. Romanist und die Zukunft des Fachs diskutiert werden.

 

Sprachwissenschaft

‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ sind zwei Begriffe, die zunächst in diachroner Perspektive für die romanistische Sprachwissenschaft bedeutsam sind. Im römischen Reich war die geographische und dadurch auch die sprachliche Entfernung zum Zentrum und dessen Varietät ein wichtiger Faktor zur Ausgliederung der romanischen Sprachen. Auch synchron lassen sich auf verschiedenen linguistischen Ebenen vielfältige Ansatzpunkte für aktuelle Forschungsfragen finden:

Wie gestaltet sich beispielsweise in der Phonetik/Phonologie das Verhältnis von den zentralen Phonemen einer Sprache und den jeweiligen Allophonen? Wie verhalten sich Aussprachevarianten diatopischer, diastratischer und diaphasischer Natur auf der Ebene der parole zur Norm? Welche Rolle spielen Zentrum und Peripherie bei der Beschreibung von Silbenstrukturen?

Innerhalb der Morphologie können die Begriffe zur Beschreibung von Derivations- und Wortbildungsprozessen herangezogen werden: Wurzel und Stamm bilden gegenüber den peripheren Affixen sozusagen das Zentrum der Konstituentenstruktur. Auch hinsichtlich der Produktivität einzelner Wortbildungsverfahren lassen sich zentralere und Strukturen mit marginalerer Bedeutung herausfiltern.

Im Bereich der Lexikologie/Semantik findet sich eine Reihe von Anknüpfungspunkten, wenn man die Bedeutungskonstitution von lexikalischen Einheiten betrachtet. Dazu gehört beispielsweise die zentrale Denotation im Vergleich zu den häufig eher peripheren Konnotationen. Eine wichtige Rolle spielen die beiden Begriffe auch in der Prototypensemantik: Welche Merkmale sind zentral, welche eher peripher? Was definiert den Prototyp im Zentrum? Die „zentralen“ Einheiten des Wortschatzes bilden zudem das Kernstück bei der Erstellung von Wörter- und Lehrbüchern. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage, in welchem Verhältnis die zentrale lexikalische Bedeutung zu ihren diasystematischen Varianten steht.

In der Grammatik ergeben sich verschiedene syntaktische Fragestellungen in Bezug auf das Zentrum des Satzes bzw. dessen Peripherie (Dislokationen, Attributionen, linker/rechter Satzrand etc.). Wie wird das Satzzentrum in den einzelnen Syntaxtheorien definiert? Wie lässt sich der Aufbau von Wortgruppen mit Hilfe der Begriffe Zentrum und Peripherie sinnvoll beschreiben?

Auch in der Varietätenlinguistik erweisen sich die Bezeichnungen ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ als hilfreich: sowohl bei der Beschreibung von plurizentrischen Sprachen, wie etwa dem Spanischen, als auch beim Vergleich von ländlichen gegenüber städtischen Idiomen können die Begriffe herangezogen werden.

 

 

Literatur- und Kulturwissenschaft

In den Literatur- und Kulturwissenschaften ist das Begriffspaar ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ vor allem seit der Wendung hin zu den postcolonial studies nicht mehr wegzudenken. Die Frage nach einem kulturellen Zentrum, als welches lange die europäische Kultur galt, und damit verbunden der Blick auf ehemalige Kolonien als Peripherie, wurde eindeutig hinterfragt. Doch wie genau manifestiert sich dies in Literatur und Film? Wann und wo wird eine Grenzverschiebung oder auch ein Aufweichen der Grenzen im Sinne der Transkulturalität deutlich?

Des Weiteren scheint sich die Grenze zwischen engem und weitem Literaturbegriff aktuell zunehmend zu verschieben: Sind Comics, TV-Serien und Neue Medien in Bezug auf literaturwissenschaftliche Genres und Gattungen als peripher zu betrachten oder sollten diese in das Zentrum der (Literatur-)Wissenschaft gerückt werden?

Im Hinblick auf Raumkonstruktionen gilt es zu untersuchen, wie sich Zentrum und Peripherie transkontinental, transnational, jedoch auch regional darstellen. Wie wird etwa die Stadt als Zentrum dargestellt, wie das Hinterland bzw. die Provinz? Besonders Reiseliteratur liefert eine interessante Analysegrundlage: Wie nimmt der Reisende die Grenzüberschreitung von Zentrum zu Peripherie und vice versa wahr? Geht mit der Reise gleichfalls eine Verschiebung der Grenzen einher?

Die Frage nach der Bedeutung von Zentrum und Peripherie für Identitätskonstruktionen ist in diesem Kontext unvermeidbar. Wie verändert sich das an das Zentrum gebundene „Eigene“ in Kontakt mit dem bislang als peripher wahrgenommenen „Anderen“? Wie definiert sich das „Eigene“ in diesem Kontext überhaupt? Wie manifestiert sich das Othering?

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Genderbeziehungen? Wie verhält sich das jeweilige Geschlecht in Konfrontation mit dem anderen? Inwiefern wird dies als mehr oder weniger peripher wahrgenommen, v.a. wenn binäre Geschlechteroppositionen aufgehoben werden, wie im Fall von Tomboys oder Hermaphroditen?

Auch wird die Frage aufgeworfen, wie im Kontext des Posthumanismus das Verhältnis von Mensch und Maschine bzw. virtueller Realität neu verhandelt wird. Welches Verhältnis von Mensch und Maschine wird in science fiction-Romanen und -Filmen ersichtlich? Wie dringt die Maschine von der Peripherie in das Zentrum des Menschen und schließlich in den Menschen selbst ein?

 

Folgende Anknüpfungspunkte sind möglich:

  • Eurozentristische Perspektiven in Literatur und Film
  • Der Blick von der (indigenen) Peripherie auf das Zentrum
  • Die Verschiebung der Grenzen von Zentrum und Peripherie
  • Enger und erweiterter Literaturbegriff
  • Stadtbegriffe und „Hinterlandromane“, Pittoreske Peripheriebeschreibungen
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung, Identität
  • Gender Studies
  • Science fiction, Posthumanismus

 

 

Didaktik

Innerhalb der Fachdidaktik lässt sich ganz allgemein die Frage stellen, welche (noch) peripheren Themen des Lehrplans mehr in das Zentrum des Unterrichts beim Erlernen romanischer Fremdsprachen gerückt werden sollten. Werden im Fremdsprachenunterricht tatsächlich neben den kognitiven Komponenten im Kontext des ganzheitlichen Lernens nach Pestalozzi auch die pragmatischen und affektiven genügend berücksichtigt? Im Rahmen des Interkulturellen Lernens sollen diese Komponenten zwar integriert werden, jedoch stellt sich hier die Frage der Leistungsbewertbarkeit.

Welche Rolle spielen vor dem Hintergrund des ganzheitlichen Lernens Kommunikationsstrategien? Durch mündliche Leistungserhebungen werden mittlerweile auch diese verstärkt berücksichtigt, jedoch erscheint es im modernen Fremdsprachenunterricht mitunter widersprüchlich, wenn im Bereich der kommunikativen Fertigkeiten ein niedrigeres Niveau zum Ende der Schullaufbahn eingefordert wird als im Leseverstehen, wie es etwa der bayrische Lehrplan vorsieht.

Wie ist hierbei eine oft in der Praxis noch realisierte Zentrierung des Unterrichts auf Grammatik bzw. Wortschatz zu bewerten? Sollten informelle bzw. nähesprachliche Kommunikationssituationen im Unterricht mehr Berücksichtigung finden? Hierzu zählten etwa die Vermittlung von nonverbaler Kommunikation, wie dem Einsatz von Gestik und Mimik, jedoch auch von diaphasisch markiertem Vokabular bzw. einer stilistisch differenzierten Betrachtungsweise im Bereich der Syntax. Hierbei könnte anhand von Lehrwerksanalysen eine Bestandsaufnahme der Vermittlung solcher Merkmale erfolgen.

Im Zentrum des modernen Fremdsprachenunterrichts stehen (idealerweise) die Schülerinnen und Schüler, doch welche Rolle nehmen lehrerzentrierte Arbeitsphasen innerhalb des Unterrichts ein? Wie wird in diesem Zusammenhang deduktives Vorgehen bei der Vermittlung von Inhalten und Sprachfertigkeit bewertet? Inwiefern ist dies mit konstruktivistischen Spracherwerbstheorien vereinbar bzw. mit Stephen Krashens Input-Hypothese? Weitere Anknüpfungspunkte könnte die Gestaltung von Unterrichtssequenzen liefern, bei denen die Lehrperson nicht im Mittelpunkt des Vermittlungsprozesses steht, oder etwa auch die Beschreibung von Hirnarealen, die für das Sprachlernen relevant sind.

 

 

Romanistinnen und Romanisten, die an einem Vortrag interessiert sind, werden gebeten, ihr Abstract (max. eine DIN A4-Seite) bis zum 31. Dezember 2015 unter folgender Adresse einzureichen: fjr2016@uni-wuerzburg.de

 

Das Organisationsteam (Julien Bobineau, Julius Goldmann, Robert Hesselbach, Stefanie Goldschmitt, Gabriella Lambrecht)

Call for Papers

Call for Papers – „Zentrum und Peripherie“ (32. Forum Junge Romanistik, 16.-19. März 2016, Universität Würzburg)

 

Das Begriffspaar ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ steht bereits seit längerem im Mittelpunkt einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Theorien und Schulen, welche die Forschungen im Bereich der Romanistik erheblich beeinflusst haben. Neben den einzeldisziplinären Anknüpfungspunkten in der Forschung sind diese unterschiedlichen Perspektivierungen im aktuellen Diskurs besonders relevant, wenn man die Begriffe auf das Selbstverständnis einer traditionellen und eurozentristisch ausgelegten Romanistik anwendet. Hierbei sind v.a. die Arbeiten im Bereich des Postkolonialismus, der Kreolistik oder etwa den Digital Humanities zu erwähnen, die scheinbar Fachgrenzen verschieben. Während des Kolloquiums soll daher neben den wissenschaftlichen Fragestellungen auch immer selbstreflexiv über das eigene Verständnis als Romanistin bzw. Romanist und die Zukunft des Fachs diskutiert werden.

 

Sprachwissenschaft

‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ sind zwei Begriffe, die zunächst in diachroner Perspektive für die romanistische Sprachwissenschaft bedeutsam sind. Im römischen Reich war die geographische und dadurch auch die sprachliche Entfernung zum Zentrum und dessen Varietät ein wichtiger Faktor zur Ausgliederung der romanischen Sprachen. Auch synchron lassen sich auf verschiedenen linguistischen Ebenen vielfältige Ansatzpunkte für aktuelle Forschungsfragen finden:

Wie gestaltet sich beispielsweise in der Phonetik/Phonologie das Verhältnis von den zentralen Phonemen einer Sprache und den jeweiligen Allophonen? Wie verhalten sich Aussprachevarianten diatopischer, diastratischer und diaphasischer Natur auf der Ebene der parole zur Norm? Welche Rolle spielen Zentrum und Peripherie bei der Beschreibung von Silbenstrukturen?

Innerhalb der Morphologie können die Begriffe zur Beschreibung von Derivations- und Wortbildungsprozessen herangezogen werden: Wurzel und Stamm bilden gegenüber den peripheren Affixen sozusagen das Zentrum der Konstituentenstruktur. Auch hinsichtlich der Produktivität einzelner Wortbildungsverfahren lassen sich zentralere und Strukturen mit marginalerer Bedeutung herausfiltern.

Im Bereich der Lexikologie/Semantik findet sich eine Reihe von Anknüpfungspunkten, wenn man die Bedeutungskonstitution von lexikalischen Einheiten betrachtet. Dazu gehört beispielsweise die zentrale Denotation im Vergleich zu den häufig eher peripheren Konnotationen. Eine wichtige Rolle spielen die beiden Begriffe auch in der Prototypensemantik: Welche Merkmale sind zentral, welche eher peripher? Was definiert den Prototyp im Zentrum? Die „zentralen“ Einheiten des Wortschatzes bilden zudem das Kernstück bei der Erstellung von Wörter- und Lehrbüchern. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage, in welchem Verhältnis die zentrale lexikalische Bedeutung zu ihren diasystematischen Varianten steht.

In der Grammatik ergeben sich verschiedene syntaktische Fragestellungen in Bezug auf das Zentrum des Satzes bzw. dessen Peripherie (Dislokationen, Attributionen, linker/rechter Satzrand etc.). Wie wird das Satzzentrum in den einzelnen Syntaxtheorien definiert? Wie lässt sich der Aufbau von Wortgruppen mit Hilfe der Begriffe Zentrum und Peripherie sinnvoll beschreiben?

Auch in der Varietätenlinguistik erweisen sich die Bezeichnungen ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ als hilfreich: sowohl bei der Beschreibung von plurizentrischen Sprachen, wie etwa dem Spanischen, als auch beim Vergleich von ländlichen gegenüber städtischen Idiomen können die Begriffe herangezogen werden.

 

 

Literatur- und Kulturwissenschaft

In den Literatur- und Kulturwissenschaften ist das Begriffspaar ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ vor allem seit der Wendung hin zu den postcolonial studies nicht mehr wegzudenken. Die Frage nach einem kulturellen Zentrum, als welches lange die europäische Kultur galt, und damit verbunden der Blick auf ehemalige Kolonien als Peripherie, wurde eindeutig hinterfragt. Doch wie genau manifestiert sich dies in Literatur und Film? Wann und wo wird eine Grenzverschiebung oder auch ein Aufweichen der Grenzen im Sinne der Transkulturalität deutlich?

Des Weiteren scheint sich die Grenze zwischen engem und weitem Literaturbegriff aktuell zunehmend zu verschieben: Sind Comics, TV-Serien und Neue Medien in Bezug auf literaturwissenschaftliche Genres und Gattungen als peripher zu betrachten oder sollten diese in das Zentrum der (Literatur-)Wissenschaft gerückt werden?

Im Hinblick auf Raumkonstruktionen gilt es zu untersuchen, wie sich Zentrum und Peripherie transkontinental, transnational, jedoch auch regional darstellen. Wie wird etwa die Stadt als Zentrum dargestellt, wie das Hinterland bzw. die Provinz? Besonders Reiseliteratur liefert eine interessante Analysegrundlage: Wie nimmt der Reisende die Grenzüberschreitung von Zentrum zu Peripherie und vice versa wahr? Geht mit der Reise gleichfalls eine Verschiebung der Grenzen einher?

Die Frage nach der Bedeutung von Zentrum und Peripherie für Identitätskonstruktionen ist in diesem Kontext unvermeidbar. Wie verändert sich das an das Zentrum gebundene „Eigene“ in Kontakt mit dem bislang als peripher wahrgenommenen „Anderen“? Wie definiert sich das „Eigene“ in diesem Kontext überhaupt? Wie manifestiert sich das Othering?

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Genderbeziehungen? Wie verhält sich das jeweilige Geschlecht in Konfrontation mit dem anderen? Inwiefern wird dies als mehr oder weniger peripher wahrgenommen, v.a. wenn binäre Geschlechteroppositionen aufgehoben werden, wie im Fall von Tomboys oder Hermaphroditen?

Auch wird die Frage aufgeworfen, wie im Kontext des Posthumanismus das Verhältnis von Mensch und Maschine bzw. virtueller Realität neu verhandelt wird. Welches Verhältnis von Mensch und Maschine wird in science fiction-Romanen und -Filmen ersichtlich? Wie dringt die Maschine von der Peripherie in das Zentrum des Menschen und schließlich in den Menschen selbst ein?

 

Folgende Anknüpfungspunkte sind möglich:

  • Eurozentristische Perspektiven in Literatur und Film
  • Der Blick von der (indigenen) Peripherie auf das Zentrum
  • Die Verschiebung der Grenzen von Zentrum und Peripherie
  • Enger und erweiterter Literaturbegriff
  • Stadtbegriffe und „Hinterlandromane“, Pittoreske Peripheriebeschreibungen
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung, Identität
  • Gender Studies
  • Science fiction, Posthumanismus

 

 

Didaktik

Innerhalb der Fachdidaktik lässt sich ganz allgemein die Frage stellen, welche (noch) peripheren Themen des Lehrplans mehr in das Zentrum des Unterrichts beim Erlernen romanischer Fremdsprachen gerückt werden sollten. Werden im Fremdsprachenunterricht tatsächlich neben den kognitiven Komponenten im Kontext des ganzheitlichen Lernens nach Pestalozzi auch die pragmatischen und affektiven genügend berücksichtigt? Im Rahmen des Interkulturellen Lernens sollen diese Komponenten zwar integriert werden, jedoch stellt sich hier die Frage der Leistungsbewertbarkeit.

Welche Rolle spielen vor dem Hintergrund des ganzheitlichen Lernens Kommunikationsstrategien? Durch mündliche Leistungserhebungen werden mittlerweile auch diese verstärkt berücksichtigt, jedoch erscheint es im modernen Fremdsprachenunterricht mitunter widersprüchlich, wenn im Bereich der kommunikativen Fertigkeiten ein niedrigeres Niveau zum Ende der Schullaufbahn eingefordert wird als im Leseverstehen, wie es etwa der bayrische Lehrplan vorsieht.

Wie ist hierbei eine oft in der Praxis noch realisierte Zentrierung des Unterrichts auf Grammatik bzw. Wortschatz zu bewerten? Sollten informelle bzw. nähesprachliche Kommunikationssituationen im Unterricht mehr Berücksichtigung finden? Hierzu zählten etwa die Vermittlung von nonverbaler Kommunikation, wie dem Einsatz von Gestik und Mimik, jedoch auch von diaphasisch markiertem Vokabular bzw. einer stilistisch differenzierten Betrachtungsweise im Bereich der Syntax. Hierbei könnte anhand von Lehrwerksanalysen eine Bestandsaufnahme der Vermittlung solcher Merkmale erfolgen.

Im Zentrum des modernen Fremdsprachenunterrichts stehen (idealerweise) die Schülerinnen und Schüler, doch welche Rolle nehmen lehrerzentrierte Arbeitsphasen innerhalb des Unterrichts ein? Wie wird in diesem Zusammenhang deduktives Vorgehen bei der Vermittlung von Inhalten und Sprachfertigkeit bewertet? Inwiefern ist dies mit konstruktivistischen Spracherwerbstheorien vereinbar bzw. mit Stephen Krashens Input-Hypothese? Weitere Anknüpfungspunkte könnte die Gestaltung von Unterrichtssequenzen liefern, bei denen die Lehrperson nicht im Mittelpunkt des Vermittlungsprozesses steht, oder etwa auch die Beschreibung von Hirnarealen, die für das Sprachlernen relevant sind.

 

 

Romanistinnen und Romanisten, die an einem Vortrag interessiert sind, werden gebeten, ihr Abstract (max. eine DIN A4-Seite) bis zum 31. Dezember 2015 unter folgender Adresse einzureichen: fjr2016@uni-wuerzburg.de

 

Das Organisationsteam (Julien Bobineau, Julius Goldmann, Robert Hesselbach, Stefanie Goldschmitt, Gabriella Lambrecht)

Call for Papers – „Zentrum und Peripherie“ (32. Forum Junge Romanistik, 16.-19. März 2016, Universität Würzburg)

 

Das Begriffspaar ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ steht bereits seit längerem im Mittelpunkt einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Theorien und Schulen, welche die Forschungen im Bereich der Romanistik erheblich beeinflusst haben. Neben den einzeldisziplinären Anknüpfungspunkten in der Forschung sind diese unterschiedlichen Perspektivierungen im aktuellen Diskurs besonders relevant, wenn man die Begriffe auf das Selbstverständnis einer traditionellen und eurozentristisch ausgelegten Romanistik anwendet. Hierbei sind v.a. die Arbeiten im Bereich des Postkolonialismus, der Kreolistik oder etwa den Digital Humanities zu erwähnen, die scheinbar Fachgrenzen verschieben. Während des Kolloquiums soll daher neben den wissenschaftlichen Fragestellungen auch immer selbstreflexiv über das eigene Verständnis als Romanistin bzw. Romanist und die Zukunft des Fachs diskutiert werden.

 

Sprachwissenschaft

‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ sind zwei Begriffe, die zunächst in diachroner Perspektive für die romanistische Sprachwissenschaft bedeutsam sind. Im römischen Reich war die geographische und dadurch auch die sprachliche Entfernung zum Zentrum und dessen Varietät ein wichtiger Faktor zur Ausgliederung der romanischen Sprachen. Auch synchron lassen sich auf verschiedenen linguistischen Ebenen vielfältige Ansatzpunkte für aktuelle Forschungsfragen finden:

Wie gestaltet sich beispielsweise in der Phonetik/Phonologie das Verhältnis von den zentralen Phonemen einer Sprache und den jeweiligen Allophonen? Wie verhalten sich Aussprachevarianten diatopischer, diastratischer und diaphasischer Natur auf der Ebene der parole zur Norm? Welche Rolle spielen Zentrum und Peripherie bei der Beschreibung von Silbenstrukturen?

Innerhalb der Morphologie können die Begriffe zur Beschreibung von Derivations- und Wortbildungsprozessen herangezogen werden: Wurzel und Stamm bilden gegenüber den peripheren Affixen sozusagen das Zentrum der Konstituentenstruktur. Auch hinsichtlich der Produktivität einzelner Wortbildungsverfahren lassen sich zentralere und Strukturen mit marginalerer Bedeutung herausfiltern.

Im Bereich der Lexikologie/Semantik findet sich eine Reihe von Anknüpfungspunkten, wenn man die Bedeutungskonstitution von lexikalischen Einheiten betrachtet. Dazu gehört beispielsweise die zentrale Denotation im Vergleich zu den häufig eher peripheren Konnotationen. Eine wichtige Rolle spielen die beiden Begriffe auch in der Prototypensemantik: Welche Merkmale sind zentral, welche eher peripher? Was definiert den Prototyp im Zentrum? Die „zentralen“ Einheiten des Wortschatzes bilden zudem das Kernstück bei der Erstellung von Wörter- und Lehrbüchern. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage, in welchem Verhältnis die zentrale lexikalische Bedeutung zu ihren diasystematischen Varianten steht.

In der Grammatik ergeben sich verschiedene syntaktische Fragestellungen in Bezug auf das Zentrum des Satzes bzw. dessen Peripherie (Dislokationen, Attributionen, linker/rechter Satzrand etc.). Wie wird das Satzzentrum in den einzelnen Syntaxtheorien definiert? Wie lässt sich der Aufbau von Wortgruppen mit Hilfe der Begriffe Zentrum und Peripherie sinnvoll beschreiben?

Auch in der Varietätenlinguistik erweisen sich die Bezeichnungen ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ als hilfreich: sowohl bei der Beschreibung von plurizentrischen Sprachen, wie etwa dem Spanischen, als auch beim Vergleich von ländlichen gegenüber städtischen Idiomen können die Begriffe herangezogen werden.

 

 

Literatur- und Kulturwissenschaft

In den Literatur- und Kulturwissenschaften ist das Begriffspaar ‘Zentrum’ und ‘Peripherie’ vor allem seit der Wendung hin zu den postcolonial studies nicht mehr wegzudenken. Die Frage nach einem kulturellen Zentrum, als welches lange die europäische Kultur galt, und damit verbunden der Blick auf ehemalige Kolonien als Peripherie, wurde eindeutig hinterfragt. Doch wie genau manifestiert sich dies in Literatur und Film? Wann und wo wird eine Grenzverschiebung oder auch ein Aufweichen der Grenzen im Sinne der Transkulturalität deutlich?

Des Weiteren scheint sich die Grenze zwischen engem und weitem Literaturbegriff aktuell zunehmend zu verschieben: Sind Comics, TV-Serien und Neue Medien in Bezug auf literaturwissenschaftliche Genres und Gattungen als peripher zu betrachten oder sollten diese in das Zentrum der (Literatur-)Wissenschaft gerückt werden?

Im Hinblick auf Raumkonstruktionen gilt es zu untersuchen, wie sich Zentrum und Peripherie transkontinental, transnational, jedoch auch regional darstellen. Wie wird etwa die Stadt als Zentrum dargestellt, wie das Hinterland bzw. die Provinz? Besonders Reiseliteratur liefert eine interessante Analysegrundlage: Wie nimmt der Reisende die Grenzüberschreitung von Zentrum zu Peripherie und vice versa wahr? Geht mit der Reise gleichfalls eine Verschiebung der Grenzen einher?

Die Frage nach der Bedeutung von Zentrum und Peripherie für Identitätskonstruktionen ist in diesem Kontext unvermeidbar. Wie verändert sich das an das Zentrum gebundene „Eigene“ in Kontakt mit dem bislang als peripher wahrgenommenen „Anderen“? Wie definiert sich das „Eigene“ in diesem Kontext überhaupt? Wie manifestiert sich das Othering?

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Genderbeziehungen? Wie verhält sich das jeweilige Geschlecht in Konfrontation mit dem anderen? Inwiefern wird dies als mehr oder weniger peripher wahrgenommen, v.a. wenn binäre Geschlechteroppositionen aufgehoben werden, wie im Fall von Tomboys oder Hermaphroditen?

Auch wird die Frage aufgeworfen, wie im Kontext des Posthumanismus das Verhältnis von Mensch und Maschine bzw. virtueller Realität neu verhandelt wird. Welches Verhältnis von Mensch und Maschine wird in science fiction-Romanen und -Filmen ersichtlich? Wie dringt die Maschine von der Peripherie in das Zentrum des Menschen und schließlich in den Menschen selbst ein?

 

Folgende Anknüpfungspunkte sind möglich:

  • Eurozentristische Perspektiven in Literatur und Film
  • Der Blick von der (indigenen) Peripherie auf das Zentrum
  • Die Verschiebung der Grenzen von Zentrum und Peripherie
  • Enger und erweiterter Literaturbegriff
  • Stadtbegriffe und „Hinterlandromane“, Pittoreske Peripheriebeschreibungen
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung, Identität
  • Gender Studies
  • Science fiction, Posthumanismus

 

 

Didaktik

Innerhalb der Fachdidaktik lässt sich ganz allgemein die Frage stellen, welche (noch) peripheren Themen des Lehrplans mehr in das Zentrum des Unterrichts beim Erlernen romanischer Fremdsprachen gerückt werden sollten. Werden im Fremdsprachenunterricht tatsächlich neben den kognitiven Komponenten im Kontext des ganzheitlichen Lernens nach Pestalozzi auch die pragmatischen und affektiven genügend berücksichtigt? Im Rahmen des Interkulturellen Lernens sollen diese Komponenten zwar integriert werden, jedoch stellt sich hier die Frage der Leistungsbewertbarkeit.

Welche Rolle spielen vor dem Hintergrund des ganzheitlichen Lernens Kommunikationsstrategien? Durch mündliche Leistungserhebungen werden mittlerweile auch diese verstärkt berücksichtigt, jedoch erscheint es im modernen Fremdsprachenunterricht mitunter widersprüchlich, wenn im Bereich der kommunikativen Fertigkeiten ein niedrigeres Niveau zum Ende der Schullaufbahn eingefordert wird als im Leseverstehen, wie es etwa der bayrische Lehrplan vorsieht.

Wie ist hierbei eine oft in der Praxis noch realisierte Zentrierung des Unterrichts auf Grammatik bzw. Wortschatz zu bewerten? Sollten informelle bzw. nähesprachliche Kommunikationssituationen im Unterricht mehr Berücksichtigung finden? Hierzu zählten etwa die Vermittlung von nonverbaler Kommunikation, wie dem Einsatz von Gestik und Mimik, jedoch auch von diaphasisch markiertem Vokabular bzw. einer stilistisch differenzierten Betrachtungsweise im Bereich der Syntax. Hierbei könnte anhand von Lehrwerksanalysen eine Bestandsaufnahme der Vermittlung solcher Merkmale erfolgen.

Im Zentrum des modernen Fremdsprachenunterrichts stehen (idealerweise) die Schülerinnen und Schüler, doch welche Rolle nehmen lehrerzentrierte Arbeitsphasen innerhalb des Unterrichts ein? Wie wird in diesem Zusammenhang deduktives Vorgehen bei der Vermittlung von Inhalten und Sprachfertigkeit bewertet? Inwiefern ist dies mit konstruktivistischen Spracherwerbstheorien vereinbar bzw. mit Stephen Krashens Input-Hypothese? Weitere Anknüpfungspunkte könnte die Gestaltung von Unterrichtssequenzen liefern, bei denen die Lehrperson nicht im Mittelpunkt des Vermittlungsprozesses steht, oder etwa auch die Beschreibung von Hirnarealen, die für das Sprachlernen relevant sind.

 

 

Romanistinnen und Romanisten, die an einem Vortrag interessiert sind, werden gebeten, ihr Abstract (max. eine DIN A4-Seite) bis zum 31. Dezember 2015 unter folgender Adresse einzureichen: fjr2016@uni-wuerzburg.de

 

Das Organisationsteam (Julien Bobineau, Julius Goldmann, Robert Hesselbach, Stefanie Goldschmitt, Gabriella Lambrecht)

Das Team

Organisationsteam

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Julien Bobineau

studierte Galloromanische Philologie, Öffentliches Recht und Philosophie an der Universität Würzburg. In seiner Dissertation untersucht er die Repräsentation von Patrice Lumumba in der frankophonen Literatur. Darüber hinaus ist er Mitherausgeber von promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik sowie der Schriftenreihe Junges Afrikazentrum.

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Robert Hesselbach

studierte Anglistik und Romanistik an den Universitäten Würzburg, Austin (USA) und München. In seiner Dissertation arbeitet er zur syntaktischen Komplexität des Spanischen. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik sowie Zweiter Stellvertretender Vorsitzender sowie Mittelbauvertreter des Deutschen Romanistenverbandes.

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Julius Goldmann

studierte Galloromanische Philologie, Italoromanische Philologie und Kunstgeschichte an der Universität Würzburg und der Università di Siena. In seiner Dissertation untersucht er die literarischen Konzeptionen im Frühwerk von Carlo Emilio Gadda. Er ist Mitherausgeber von promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik.

Gabriella Lambrecht

Gabriella Lambrecht

studierte in Würzburg und Swansea (Wales) Anglistik, Romanistik und Geographie. In ihrer Dissertation untersucht sie die Darstellung der peruanischen Bürgerkriege in den spanischen Chroniken des 16. und 17. Jahrhunderts.

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Stefanie Goldschmitt

studierte in Würzburg, Erlangen und München Deutsche, Gallo- und Iberoromanische Philologie. Sie schrieb Ihre Dissertation zu den französischen Modalverben in deontischem und epistemischem Gebrauch. Seit 2007 lehrt und forscht sie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Die Romanistik der Universität Würzburg

2016

Heute existieren drei Lehrstühle

Derzeit besteht das Institut aus drei Lehrstühlen: Dem Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft, derzeit vertreten durch Waltraud Weidenbusch, dem Lehrstuhl für italienische und französische Literaturwissenschaft, besetzt von Brigitte Burrichter (*1958), sowie dem Lehrstuhl für französische und spanische Literaturwissenschaft, besetzt von Gerhard Penzkofer (*1950) mit Christian Wehr in der Nachfolge. Die Angaben zu den weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Instituts finden Sie unter folgendem Link: http://www.romanistik.uni-wuerzburg.de/mitarbeiter/.

1975

Romanistik in der Universität

1975 wurde die Romanistik der Universität ausgebaut und zum Institut für Romanische Philologie umbenannt. Professor für Literaturwissenschaft war ab 1980 Winfried Kreutzer (*1940), für Sprachwissenschaft ab 1982 Wilhelm Pötters (*1941) und für Didaktik Torsten Greiner (*1942). Ab 1994 lehrte auch Christof Weiand (*1954) auf einer Professur für Literaturwissenschaft.

1960

Generationenwechsel

In den 1960ern kam es zu einem umfassenden Generationenwechsel innerhalb der Romanistik Würzburgs: Theodor Berchem (*1935) wurde Leiter des Instituts und hatte den Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft inne. Er war ab 1976 Rektor und bis zu seiner Emeritierung 2006 vier Mal wiedergewählter Präsident der Universität Würzburg.

1929

Übernahme der Leitung

1929 übernahm Adalbert Hämel (1885-1952) die Leitung. Er ist aufgrund seiner NSDAP-Vergangenheit einer der politisch am meisten hinterfragten Romanisten in Würzburg gewesen. Ihm folgte ab 1946 Franz Rauhut (1898-1988); zudem wurden ein zweiter Lehrstuhl eingerichtet und mit Joachim Storost (1905-1981) besetzt sowie eine außerplanmäßige Professur geschaffen, die Albert Junker (1908-2004) innehatte.

1582

Gründung

1582 wurde die philosophische Fakultät der Universität Würzburg durch den Erzbischof Julius Echter von Mespelbrunn gegründet und damit der Grundstein für die geisteswissenschaftlichen Studiengänge gelegt. Es sollten jedoch weitere 300 Jahre vergehen, bis 1874 erstmals eine Professur für englische und romanische Philologie an der Universität Würzburg eingerichtet wurde, deren erster Inhaber Eduard Mall (1843-1892) war. Ihm folgte der Schweizer Mediävist Jacob Stürzinger (1853-1902). Im Jahre 1902 wurden das englische und romanische Seminar getrennt. Heinrich Schneegans (1863-1914) leitete als erster das eigenständige romanische Seminar und setzte sich für die Zulassung von Frauen zum Studium und zur Promotion ein. Auf Schneegans folgte 1908 Karl Vossler (1872-1949) als Leiter des Seminars, einer der bedeutendsten Romanisten des 20. Jahrhunderts. Seine Nachfolger waren Walther Küchler (1877-1953) und Arthur Franz (1881-1963).

Grußwort

Prof. Dr. Dr. h.c. Alfred Forchel

PROGRAMM_AKTUELLES_Bild Forchel

Im Namen der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg heiße ich Sie sehr herzlich zu der Nachwuchstagung Forum Junge Romanistik 2016 in Würzburg willkommen. Ich freue mich, dass unsere Universität Gastgeberin dieser größten Tagung für NachwuchswissenschaftlerInnen der Romanistik im deutschsprachigen Raum sein darf.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist für die Julius-Maximilians-Universität ein zentrales Anliegen. Im Jahre 2004 haben wir daher Graduate Schools gegründet, mit denen wir unseren zahlreichen DoktorandInnen aus allen Fachbereichen eine strukturierte Aus- und Weiterbildung anbieten können.

Auch die Internationalisierung bildet einen wichtigen Schwerpunkt der JMU. Wir pflegen über 200 Partnerschaften auf Universitäts- und Fakultätsebene in Afrika, Asien, Amerika, Australien und Europa und sind damit eingebunden in ein internationales Netzwerk von Forschungseinrichtungen weltweit. Über 2.000 der rund 27.000 Studierenden an unserer Universität sind junge Menschen aus dem Ausland.

Unsere Romanistik bildet einen wichtigen Baustein dieser Internationalisierung, da sie ein weites Themenfeld verschiedener romanischer Sprachen und Kulturen abdeckt. In den drei Disziplinen Französisch, Spanisch und Italienisch lernen die Studierenden an unserer Universität nicht nur sprach- und literaturwissenschaftliche, sprachpraktische und landeskundliche Inhalte über unsere Nachbarn im europäischen Ausland, sondern weit darüber hinaus. Denn die Würzburger Romanistik bietet zahlreiche thematische Lehr- und Forschungsschwerpunkt auch zu den hispanophonen Regionen Lateinamerikas und den frankophonen Gebieten Afrikas.

Nicht nur die Universität, auch die Stadt Würzburg ist für eine Veranstaltung wie das Forum Junge Romanistik hervorragend geeignet: Sie ist geographisch im Zentrum Deutschlands gelegen, gleichzeitig aber weltoffen und international ausgerichtet – dank ihrer Städtepartnerschaften unter anderem mit Caen (Frankreich), Salamanca (Spanien), Dundee (Großbritannien) und Mwanza (Tansania) und durch ihr vielfältiges Kulturprogramm, zu dem europaweit bekannte Veranstaltungen wie beispielsweise das Africa Festival© zählen.

Ich wünsche dem Forum Junge Romanistik 2016 einen spannenden Verlauf mit vielen interessanten Begegnungen und wertvollen fachlichen Impulsen und Ihnen allen einen angenehmen Aufenthalt an unserer Universität und in unserer Stadt.

 

Alfred Forchel

Präsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Prof. Dr. Brigitte Burrichter

den akademischen Nachwuchs an die wissenschaftliche Praxis heranzuführen und langfristig zu fördern – das ist der Grundgedanke der Fachtagung Forum Junge Romanistik, die jährlich von Jungwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und für den wissenschaftlichen Nachwuchs organisiert wird. Als ehemalige Erste Vorsitzende des Deutschen Romanistenverbandes (DRV) und Lehrstuhlinhaberin an der Julius-Maximilians-Universität freue ich mich ganz besonders, dass das Forum Junge Romanistik 2016 in Würzburg stattfinden wird. Die konsequente und engagierte Fortführung dieses eindrucksvollen Formates während der letzten Jahre zeigt, dass sich die Nachwuchskräfte unserer Disziplinen bemerkbar machen und eine große Leidenschaft für die romanistische Forschung an den Tag legen.

Das Forum Junge Romanistik ist ein sehr wichtiger Schritt auf dem Weg in die wissenschaftliche Karriere. Im Austausch mit den jungen Kolleginnen und Kollegen aus der Romanistik gilt es, Erfahrungen in Bezug auf eigene Vorträge und Diskussionen zu sammeln sowie erste Kontakte für ein professionelles Netzwerk zu knüpfen. Die Wahl des Tagungsthemas Zentrum und Peripherie ist dabei überzeugend: Im Anschluss an den spatial turn zeugt der Untertitel davon, dass auch die junge romanistische Forschung aktuelle Schwerpunkte setzt.

Nachdem der Romanistentag des DRV bereits 2013 in Würzburg stattfand, ist die Ausrichtung des Forum Junge Romanistik an der Julius-Maximilians-Universität ein positives Signal für die romanistische Forschung in Würzburg. Hier zeigt sich insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs sehr engagiert. Neben den vielen spannenden individuellen Forschungsprojekten meiner Kollegen und Kolleginnen haben sich insgesamt sieben Assistentinnen und Assistenten zusammengetan, um die wissenschaftliche Zeitschrift promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik zu gründen, die sich ausschließlich an den wissenschaftlichen Nachwuchs innerhalb der Romanistik richtet.

Abschließend möchte ich alle Würzburger Studierenden der Romanistik dazu aufrufen, die vielen interessanten Vorträge zu besuchen und sich in die wissenschaftliche Diskussion miteinzubringen. Sie erhalten hierdurch die außergewöhnliche Möglichkeit, bereits während des Studiums aktive und junge Wissenschaft ‚live’ verfolgen zu können.

Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren und Unterstützern sowie dem DRV und seinen einzelnen Fachverbänden, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre. Ich wünsche dem Organisationsteam viel Erfolg bei der Durchführung des Forum Junge Romanistik und freue mich auf eine spannende Tagung.

Brigitte Burrichter

Unsere Empfehlungen

Übernachtungsmöglichkeiten in Würzburg

Würzburger Hof:

Viersterne-Traditionshotel in guter Lage in der Nähe des Hauptbahnhofes. Anbindung ins Zentrum dank Straßenbahnhaltestelle „Juliuspromenade“ fast vor der Türe. Frühstück ist im Zimmerpreis inbegriffen.
http://www.hotel-wuerzburgerhof.de/hotel.html

Hotel Strauss:

In der Nähe des Würzburger Hof Richtung Mainufer gelegen bietet das Hotel Strauss vergleichbaren Komfort und eine ebenso gute Anbindung ins Würzburger Stadtzentrum.
Auch hier ist das Frühstück im Zimmerpreis inbegriffen.
http://www.hotel-strauss.de/

Hotel Franziskaner:

In ruhiger Lage direkt neben dem Gebäude der alten Universität gelegen bietet das in langer Familientradition geführte Hotel Franziskaner kurze Wege zu den Fakultäten in der Innenstadt sowie den Sehenswürdigkeiten der Stadt.
http://www.hotel-franziskaner.de/

Stadt Mainz:

Für den Liebhaber fränkischer Weinlandheimeligkeit das ideale Ambiente, das zwar in Bahnhofsnähe, jedoch etwas entfernt der Innenstadt liegt. Demnach müssen kurze Fußwege in Kauf genommen werden.
Frühstück wird ab 9 Euro angeboten.
http://www.hotel-stadtmainz.de/

Altstadt Hotel:

Das im mittleren Preissegment anzusiedelnde ‚Altstadt Hotel‘ in der Theaterstraße 7 ist ein konservativ und funktional ausgestattetes Hotel, das verkehrstechnisch gut an den Tagungsort angebunden ist.
http://www.hotel-altstadt.eu

Hotel Poppular:

Das ebenso nahe des Buslinienverlaufes  zum Tagungsort befindliche ‚Hotel Poppular‘ in der Textorstraße 17 ist recht komfortabel eingerichtet und kann für die Weinliebhaber mit einer Vinothek punkten.
http://www.hotelpoppular.de

Babelfish Hostel:

Die kostengünstigste Alternative ist das in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof gelegene ‚Babelfish Hostel‘. Unweit befindet sich der Busbahnhof, an dem die Linien 114 und 214 ihren Endpunkt haben.
http://www.babelfish-hostel.de/

GHOTEL Würzburg:

In unmittelbarer Nähe zum Würzburger Ringpark gelegen ist dies mit Sicherheit der höchste und einer der modernsten Hotelbauten der Stadt; Aussicht ist garantiert. Man kann das Zentrum zu Fuß erreichen oder sich bequem von den Straßenbahnlinien 5 und 1 ab der Haltstelle ‚Berliner Platz‘ in unmittelbarer Nähe des Hotels fahren lassen.
http://www3.ghotel.de/cms/deutsch/hotels/wuerzburg/index.html

Anmeldung

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Liebe Tagungsteilnehmer,

bitte meldet Euch über das nachstehende Formular für das Forum Junge Romanistik 2016 an. In der Bestätigungsmail erhaltet Ihr weiterführende Informationen zur Entrichtung des Tagesbeitrages.

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Forum Junge Romanistik 2016

Organisationsteam

c/o Neuphilologisches Institut/Romanistik

Am Hubland

97074 Würzburg

Telefon

+49 (0)931 31-89326

Email

fjr2016@uni-wuerzburg.de

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